Interview mit dem Tierpark Hellabrunn zur Wiedereröffnung

Was waren die größten Herausforderungen für den Zoo während des Lockdowns?

Eine mehrwöchige Schließung bedeutet für den Münchner Tierpark Hellabrunn als gemeinnütziges Unternehmen erhebliche finanzielle Einbußen. Insbesondere die Osterferienzeit ist eine besucherstarke Zeit und bildet den Saisonauftakt für die Zoos. Der Zoo beziffert die Umsatzeinbußen für die Zeit der Schließung auf rund 2,7 Millionen Euro. Die laufenden Kosten betragen rund 50.000 Euro pro Tag. 
Diese finanziellen Einbußen können im Laufe des Jahres leider nicht aufgeholt werden.

Ab kommenden Montag, den 11.05.2020, öffnet der Zoo wieder seine Türen. Was erwartet uns bezüglich der Corona Einschränkungen ?

Der Zoo öffnet ab dem 11. Mai wieder für Besucher. Die Wiederöffnung Hellabrunns wird jedoch mit Auflagen und Einschränkungen verbunden sein wird. Es wird eine behördliche angeordnete Zugangsbeschränkung für die Zahl der Tierparkbesucher geben. Diese liegt bei maximal 2.185 Gästen täglich auf dem Tierparkgelände.

Einige Bereiche werden auf behördliche Anweisung geschlossen bleiben. Dies betrifft Tierhäuser, die Großvoliere, Streichelgehege, die Hellabrunn-Arena, das Kinderland und das Artenschutzzentrum. Ebenfalls entfallen Tierpfleger-Treffpunkte, Tier-Spaziergänge, kommentiere Fütterungen sowie öffentliche Tiertrainings.

Ein Tierparkbesuch ist jedoch in jedem Fall lohnenswert. Das Naturparadies im Landschaftsschutzgebiet der Isarauen lädt, neben der Möglichkeit zur Naherholung und Bewegung an der frischen Luft, trotz aller Einschränkungen zu wunderschönen Tiererlebnissen ein. Selbstverständlich wird ein Großteil der tierischen Bewohner für die Besucher zu sehen sein. Denn die Tiere erfreuen sich sichtlich an den wärmer werdenden Temperaturen und genießen die Frühlingssonne auf ihren Außenanlagen.

Seitens der zuständigen Behörden wurden der Zoo dazu angewiesen, die Spielplätze zunächst weiterhin geschlossen zu halten. Auf Anweisung der bayerischen Staatsregierung werden auch die Gastronomie – inklusive der Kioske – im Tierpark vorläufig geschlossen bleiben. Das Abhalten von Picknicks im Tierpark ist untersagt; ebenso bleiben die Zooshops zunächst geschlossen. Die Service Center werden an beiden Eingängen unter Beachtung der aktuellen Hygienevorschriften geöffnet sein. Sie dürfen gemäß der behördlichen Regelungen jedoch nur mit Mund- und Nasenschutz und in begrenzter Personenzahl betreten werden. Gleiches gilt für WC- und Wickelräume. Kein Verleih von Bollerwägen und Rollstühlen möglich.

Eintritt nur mit Online Ticket – was genau bedeutet das? Und was heißt das für die Jahreskarten Besitzer?

Der Einlass für alle Besucher erfolgt in nächster Zeit ausschließlich mit einem vorab gebuchten und ausgedruckten Online-Ticket mit festem Besuchsdatum (u.a. auch für Kinder bis 4 Jahre, Jahreskartenbesitzer, etc.). Dieses kann ab Freitag, den 8. Mai ab 17 Uhr über München Ticket erworben werden. Es gilt jedoch zu erwähnen, dass die Tickets aus technischen Gründen nicht am selben Tag des Besuchs, sondern mindestens am Vortag erworben werden müssen. Um einen fließenden Zutritt in den Tierpark zu ermöglichen und etwaige Ansteckungsrisiken zu minimieren, erfolgt der Einlass zunächst nur kontaktlos. Vor Ort an den Tierparkkassen findet aufgrund behördlicher Auflagen bis auf Weiteres kein Verkauf von Tages- und Jahreskarten statt. 

Aufgrund der Einlassbeschränkungen müssen auch Besitzer von gültigen Jahreskarten, Freikarten, Schwerbehindertenausweisen, etc. sich im Vorfeld über München Ticket zusätzlich ein sogenanntes „Null-Euro-Ticket“ besorgen. Der Einlass erfolgt dann nach Vorlage des tagesgebundenen, ausgedruckten Null-Euro-Tickets sowie dem entsprechenden Nachweis (nicht in digitaler Form) über die Berechtigung, den Tierpark kostenfrei bzw. ermäßigt betreten zu dürfen.

Wie haben die Tiere auf den Lockdown reagiert? 

Die Tiere wurden selbstverständlich während des gesamten Lockdowns von unseren Tierpflegern, der Bereichsleitung, dem Kuratorium und unserem Tierärzte-Team auf gewohnt hohem Niveau gepflegt. Die Versorgung aller Tiere war auch weiterhin ausnahmslos sichergestellt. Es gab keinerlei Engpässe bei der Futterversorgung und Futterbeschaffung.

Gorilla Okanda – Foto Tierpark Hellabrunn

Gerne möchte ich euch auch auf die Podcast des Zoos zum Thema „Der Tierpark Hellabrunn in Zeiten der Corona-Krise“ verweisen: 
www.hellabrunn.de/podcast . Tierparkdirektor Rasem Baban, die zoologische Leiterin Beatrix Köhler und die leitende Zootierärztin Dr. Christine Gohl haben hier verschiedenste Fragen zur Corona-Thematik beantwortet (z.B. wie es den Tieren durch das Ausbleiben der Besucher ergeht).

Gibt es Neuerungen, auf die wir uns freuen dürfen? (bauliche Veränderungen, Nachwuchs…)

Natürlich gab es in der Zwischenzeit auch einige Neuankömmlinge im Zoo Hellabrunn. Mehr dazu erfahrt ihr hier. Impressionen zu unserem letzten Zoobesuch findet ihr hier.

Das Interview ist mit der Hellabrunn Pressestelle entstanden und wurde ergänzt durch die Pressemitteilung des heutigen Tages.


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