Schausteller Interview in Krisenzeiten

Seit letztem Samstag ist im Hirschgarten auf dem Magdalenenfest wieder reges Treiben. Insbesondere Familien zieht es jedes Jahr auf´s Neue in den schönen Park. Lange war aufgrund der Corona Krise nicht klar, ob das Sommerfest überhaupt stattfinden kann. Recht kurzfristig kam dann von der Stadt München doch noch die Genehmigung. Die Pandemie ging an den Schaustellern nicht spurlos vorüber. Wir haben zwei der Marktkaufleute interviewt:

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind Marktkaufleute und verkaufen Spielwaren / Ballons auf den Auer Dulten, dem Magdalenenfest, sowie dem Münchner Christkindelmarkt. Auf dem Oktoberfest haben wir zusätzlich noch Andenken und Lebkuchenherzen (Süßwaren).

Wie erging es euch in den letzen Monaten? 

Uns Schaustellern/Marktkaufleuten erging es in den letzten Monaten nicht so gut. Sämtliche Festivitäten, Märkte etc. wurden seit dem Ausbruch im März abgesagt. Für viele von uns sind die Veranstaltungen im März/April die ersten Möglichkeiten, um nach dem Christkindlmarkt wieder Geld zu verdienen. Diese Einnahmequellen Fehlen uns nun komplett.

Welche Auswirkungen hatte die Pandemie auf euch?

Die Auswirkungen gingen soweit, dass festes Personal, das über die Saison beschäftigt wird, nicht eingestellt werden konnte. Zugmaschinen oder Anhänger mussten abgemeldet werden. Versicherungen mussten stillgelegt werden, Leasingverträge gestundet usw.
Fast jeder musste seine Reserven und Rücklagen anfassen, damit man über die Runden kommt. Einige Kollegen haben sogar andere Arbeiten aufgenommen bzw. sich anstellen lassen, damit wenigstens die Grundsicherung möglich ist.

Was bedeutet euch der recht kurzfristige Entscheid, dass das Magdalenenfest in diesem Jahr doch noch stattfinden darf? 

Die sehr kurzfristige Zusage zum Magdalenenfest oder wie es dieses Jahr heißt “Magdalenen Sommertage” hat uns alle wahnsinnig gefreut. In kürzester Zeit wurden Fahrgeschäfte und Buden aufgestellt und alles hergerichtet. Bei allen Beteiligten war es ein
bisschen wie “die Vorfreude aufs Christkind/Weihnachtsmann” 🙂 Auch die Aufregung auf den 1. Tag war bei allen zu spüren. Vielen Dank auch nochmal an die Stadt München und das KVR für diese Gelegenheit auf die alle gewartet haben.

Wird der Besuch auf dem Magdalenenfest für seine Besucher nun anders?

Im Großen und Ganzen ist es so unkompliziert und schön wie immer. Die Fahrgeschäfte und Buden sind nun weiter auseinander platziert, damit der Mindestabstand auch bei höheren Besucherzahlen eingehalten werden kann. Zusätzlich gibt es an jedem Geschäft die Möglichkeit zur Handdesinfektion.
Die Betreiber und Verkäufer tragen alle den sog. Mund-/Nasenschutz. Fahrgeschäfte, Verkaufstheken werden öfters und regelmäßig desinfiziert damit die größtmögliche Sicherheit gewährleistet ist.

Auf was können wir uns vielleicht in diesem Jahr ganz besonders freuen?

Alle Betreiber ob Fahrgeschäft, Marktleute oder Gastronomen freuen sich sehr wieder in lachende Gesichter und strahlende Kinderaugen zu schauen. Es gibt an den Mittwochen 8. + 15.7 wieder den “Familientag” mit ermäßigten Preisen. Ganz besonders lohnt sich auch der Besuch am Abend, wenn die Temperaturen ein wenig abkühlen, die Sonne untergeht und die Lichter bei den Geschäften angehen. Dies ist immer eine ganz besondere Stimmung.

Ganz lieben Dank euch beiden für das sehr offene und bewegende Interview. Wir wünschen euch und allen Kollegen schöne und vor allem erfolgreiche Magdalenen Sommertage.

Unseren Beitrag mit einigen Impressionen zum Magdalenenfest findest du hier.


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